Beauty Fashion

Fair Trade Fashion – was steckt dahinter?

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Eines der ersten Dinge, die wir tun, wenn wir morgens aus dem Bett aufstehen, ist, uns anzuziehen. Wir werfen uns ein Shirt über, ziehen uns eine Hose oder einen Rock an, schlüpfen in Jacken, Socken und Unterwäsche. Kleidung ist also unser engster Alltagsbegleiter – ohne sie, würden wir niemals auf die Straße gehen. Obwohl wir tagtäglich mit Kleidern zu tun haben, sie täglich anziehen und uns gelegentlich neue Sachen in den Schrank kaufen, wissen die wenigsten von uns, was eigentlich hinter all diesen Textilien steckt. Aus diesem Grund wollen wir mit diesem Artikel einen kleinen Einblick in die Welt der Mode bieten.
Wer produziert uns die Kleidung, die wir tragen? Was hat es mit Fair-Trade Fashion auf sich?
Welche Vorsätze sollten wir uns vornehmen, wenn es um den Konsum der Kleidung geht?

Modern, qualitativ hochwertig und bestenfalls noch günstig!

Diese Ansicht teilen mit hoher Sicherheit viele von uns. Wozu auch teuer einkaufen, wenn es das Gleiche auch deutlich billiger gibt?
Wieso in Luxusboutiquen shoppen gehen, wenn der C&A gegenüber, den optisch identischen Pullover für einen Bruchteil verkauft?
Die Mehrheit von uns, laut diversen Statistiken sogar knapp 90%, achtet beim Kauf neuer Kleidung in erster Linie auf den Preis. Kein Wunder also, dass im Schnitt jeder zweite Bürger seine Kleidung beim Discounter einkauft. Doch bedenken wir überhaupt, was hinter der Billigware steckt - vermutlich eher nicht.

Die Modeindustrie bei derartig günstigen Kleidungsstücken kann teilweise sogar mit der Lebensmittelindustrie verglichen werden. Wenn uns ein T-Shirt nur fünf Euro kostet, kann man den Vergleich zum 5€-Steak durchaus vornehmen. Auch wenn bei der Textilproduktion meistens keine Tiere geschlachtet werden müssen, könnten die dahintersteckenden Umstände der jeweiligen Produktion äußerst ähnlich sein. Leider ist jedoch auch ein 60€ T-Shirt kein Garant dafür, dass dieses unter menschenwürdigeren Umständen produziert wurde. Häufig produzieren nämlich auch Modelabel in den gleichen Fabriken und Ländern wie ein preislich günstigeres Einzelhandelsunternehmen.

Ausbeutung der Menschen in Asien

Das viele der Kleidungsstücke, die wir tragen in Asien hergestellt werden, ist vielen von uns bewusst. Dennoch bedenkt man dabei nicht, welche Umstände dahinterstecken und unter welchen Bedingungen produziert wird. Die Menschen vor Ort nähen die Kleidung, sie verdienen keine 40 Euro in der Stunde, haben aber jeden Tag einen zehn bis zwölfstündigen Arbeitstag. Zudem setzen sich die Menschen der ständigen Brandschutzgefahr innerhalb der Fabriken aus. Immer wieder lesen oder hören wir in den Nachrichten von Bränden in Textilfabriken. Das dabei DIE Menschen sterben, welche UNSERE Kleidung produziert haben, bedenken wir meist gar nicht. Vielleicht sollten gerade derartige Unglücke uns die Augen öffnen und uns zum Nachdenken anregen. Neben den oben beschriebenen, kritischen Arbeitsbedingungen können auch die Fertigungsprozesse an sich in vielerlei Hinsicht schädlich für die Gesundheit dieser Menschen sein. Zudem müssen viele dieser Arbeiter auch in der Nacht arbeiten, da die Massenproduktion sonst nicht ansatzweise pünktlich fertig werden würde.
Ein ganz wichtiger Punkt, welcher zu guter Letzt noch angesprochen werden muss, ist die Kinderarbeit. Im Textilsektor in Bangladesch beispielsweise, muss jedes zehnte Kind arbeiten. Die langen Arbeitszeiten und die vor Ort herrschenden Arbeitsbedingungen können das gesamte Leben dieser Kinder erheblich beeinträchtigen.

Wo bleibt hier noch die Achtung der Menschenwürde?

Fair-Trade-Kleidung – die Lösung für alle Probleme?

Zunächst möchten wir einmal klären, was genau unter dem Begriff Fair-Trade und der damit einhergehenden „fairen Kleidung“ verstanden wird. Anders als im vorherigen Kapitel beschrieben, ist Kleidung dann als „fair“ anzusehen, wenn die Menschen, welche sie produzieren, selbstbestimmend agieren können, Rechte haben, von ihrer Arbeit leben können und durch sie keine gesundheitlichen Schäden davontragen. Zudem muss es gewährleistet sein, dass diese Menschen geregelte Arbeitszeiten haben, Kinder nicht zur Arbeit gezwungen werden und sie auch Rechtssicherheit zugesprochen bekommen. Auch wenn diese Aspekte, global betrachtet, noch nicht exakt so umgesetzt werden, sollte es uns die Augen öffnen bewusster nach fair produzierter Arbeit zu schauen und nicht mehr beim ersten Billigschnapper im Laden zuzuschlagen.

Fair-Trade-Kleidung zu kaufen und damit alternativ auszuweichen, kann mit Sicherheit einen kleinen Beitrag zur Besserung der Situation leisten. Abschließend muss noch darauf hingewiesen werden, dass es sich hin und wieder auch lohnt auf unabhängige Zertifikate und Siegel innerhalb der Textilien zu achten. Sie können ein Zeichen für eine faire Produktion sein und dir damit signalisieren, dass du die Produkte mit gutem Gewissen kaufen kannst. Solltest du bei Kleidung keine Zertifikate finden, heißt dies nicht automatisch, dass du besser die Finger davonlassen solltest. Viel mehr lohnt es sich hierbei zu differenzieren, ob das Produktionsland innerhalb oder außerhalb der EU hergestellt wurde. Gerade innerhalb der EU herrschen meist, auf Grund der hohen Standards, bessere Bedingungen als in anderen Entwicklungs- und Schwellenländern. So kannst du also abwägen, ob du dir das Teil kaufen kannst, oder es besser hängen lässt.

Was sind bekannte Fair-Fashion-Labels?

Damit du einen Einblick in die Welt der Nachhaltigkeit erhältst, möchten wir im Folgenden einige der bekanntesten Fair-Trade-Labels auflisten. Sie können dir als Anhaltspunkt dienen, solltest du dich in Sachen Kleidung etwas nachhaltiger orientieren wollen.

  • Two Thirds
  • Jan´n June
  • People Tree
  • Armedangels
  • Erverlane
  • Melawear

Alternativen zu den hier aufgelisteten Labels findest du natürlich immer. Als zusätzlichen Anreiz kannst du auch mal in einen Second-Hand-Laden gehen. Auch dort hat es immer wieder tolle Stücke zu finden, bei denen es zu schade wäre, sie zu entsorgen.

Es erwartet keiner von dir dein Kaufverhalten um 100% umzudrehen, dennoch erhoffen wir uns hiermit, dass du das nächste Mal, wenn du ein super günstiges Teil in den Händen hältst, an uns denken musst und dir zwei Mal überlegst, ob du es wirklich brauchst.