Sonstiges

Insulin

Teilen:

Blutzuckersenkendes Hormon, das in den beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Geschichte Der kanadische Arzt Frederick Grant Banting und Charles Best (Student) isolierten im Sommer 1921 erstmals Insulin und führten die ersten entscheidenden Untersuchungen an Hunden durch. Bereits am 11.1. 1922 wurde Insulin bei einem 14jährigen Jungen mit Erfolg eingesetzt. Physiologische Wirkung Die Regulation des Zucker- bzw. Glucosestoffwechsels ist äußerst komplex.

Die Senkung des Blutzuckers durch I. wird erreicht über den Transport der Glucose aus dem Blutstrom in die Körperzellen. Weiterhin werden glucosefreisetzende Mechanismen wie die Glucoseneubildung in der Leber bzw. der Abbau von Glykogen (Speicher in Leber und Muskulatur) gehemmt.

Stimuliert wird die I.-Sekretion u.a. durch Glucose, die aus dem Abbau der mit der Nahrung zugeführten Kohlenhydrate entsteht sowie durch andere Substrate, Hormone und Arzneimittel (Sulfonylharnstoffe, Repaglinide).

I. ist ein anaboles Hormon, d.h. es ist an zahlreichen Aufbaumechanismen des Organismus (z.B. Muskulatur, Fettgewebe) beteiligt. Ein I.-Mangel führt dazu, dass für die Energiegewinnung verstärkt Fettgewebe abgebaut wird. Die dadurch bedingte vermehrte Bildung von Ketonkörpern kann schwere Stoffwechselentgleisungen (Ketoacidose) auslösen.

Insulinarten Für die Behandlung des Diabetes mellitus stehen verschiedene I.-Arten zur Verfügung. Anfänglich gab es nur Rinder- und Schweineinsuline, die aus den Inselzellen des Schlachtviehs gewonnen werden. In den 70er Jahren gelang es, über die Umwandlung von Schweineinsulin und auf gentechnologischem Wege mit Hilfe von Escherichia coli reines Humaninsulin herzustellen, wodurch die Gefahr der Bildung von Antikörpern gegenüber nativem Schweine- und Rinderinsulin deutlich vermindert werden konnte.

Für die Neueinstellung eines Diabetes werden heute ausschließlich Humaninsuline verwendet. Nach der unterschiedlichen Wirkcharakteristik unterscheidet man zwischen kurz wirkendem Normalinsulin und lang wirkendem Verzögerungsinsulin. Weiterhin stehen Mischinsuline und Insulinanaloga zur Verfügung.