Forschung

Wenn Diabetes auf den Magen schlägt

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Eschborn (ots) - Wenn bei Diabetes Magenprobleme auftreten, hat das oft keine psychischen Gründe: Dauerhaft schlecht eingestellte Blutzuckerwerte können die Magennerven schädigen, berichtet die »Neue Apotheken Jllustrierte EXTRA Diabetes«. Der Magen arbeitet dann nicht mehr richtig und verursacht Beschwerden. Auch die Blutzuckereinstellung kann durcheinander kommen.

»Der Patient kann speziell nach Mahlzeiten ein Völlegefühl oder Übelkeit empfinden«, sagt Professor Dr. Dan Ziegler vom Deutschen Diabeteszentrum der Universität Düsseldorf. »In späteren Stadien kommt es sogar zu Erbrechen und Schmerzen im Bereich der Magengrube.« Seiner Erfahrung nach gebe es jedoch auch Personen, die diese so genannte Gastroparese gar nicht bemerken, weil sie keine Symptome verspüren. Das Leiden falle dann aber unter Umständen durch Schwierigkeiten bei der Blutzuckereinstellung auf.

Einmal aufgetreten, verschwindet die Magenträgheit nicht ohne weiteres. »Aber die Symptome«, so Ziegler, »kann man lindern, indem man Medikamente einnimmt, die die Magenbewegung stimulieren.« Neben einer möglichst guten Blutzuckereinstellung hält er auch eine Ernährungsumstellung für sinnvoll: »Nahrung, die etwas flüssiger ist, geht schneller durch den Magen. Ungünstig ist in diesem Fall die sonst empfohlene faserreiche Kost.«

Eine neue, aber noch in der Erprobung befindliche Behandlungsmethode ist der Einsatz von Botulinumtoxin. Es soll Verkrampfungen am Magenausgang beseitigen helfen. In wenigen Fällen, in denen nichts anderes mehr hilft, kommt noch die Implantation eines Magenschrittmachers infrage.

15.09.2006, Neue Apotheken Illustrierte