Eisenmangel – was tun bei Sideropenie?

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Andauernde Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen – für sich genommen alles eher häufige Alltagserscheinungen, die jedoch in Kombination auf schwere Mangelerscheinungen hinweisen können.

Eisenmangel kommt in der heutigen Zeit nach wie vor recht häufig vor und tritt bei Frauen aufgrund des deutlich höheren Bedarfs laut Informationen der Ärztekammer deutlich häufiger vor als bei Männern.

Doch was bewirkt ein Eisenmangel genau und was können Betroffene dagegen tun? In diesem Artikel soll näher auf diese Fragen eingegangen werden.

Eisen – ein wichtiges Spurenelement

Beim Eisen handelt es sich um ein Spurenelement, welches wir nicht selbst synthetisieren können, sondern über unsere Nahrung zuführen müssen. Es erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen im Körper:

  • Sauerstoffversorgung: Sowohl im Blut als auch in unseren Muskeln dient Eisen dazu, den Sauerstofftransport und damit die Versorgung zu gewährleisten. Bei einem Eisenmangel ermüden deshalb die Muskeln deutlich schneller.
  • Immunsystem: Eisen sorgt zudem auch für die richtige Funktionsfähigkeit unseres Immunsystems. (Quelle: vitalinstitut.net)
  • Kosmetische Aspekte: Zudem ist Eisen auch sehr wichtig für die Entwicklung unserer Nägel, Haut und Haare. Ein Mangel kann also auch kosmetische Probleme mit sich bringen.
  • Hirnfunktion: Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Hirnentwicklung und der Eisenzufuhr. Gerade eine Mangelversorgung kann in jungen Jahren für spätere Probleme der Hirnfunktionen sorgen.

Diese exemplarischen Wirkungen zeigen sehr wichtige Aufgaben, die Eisen in unserem Körper übernimmt. Darüber hinaus wirkt sich Eisen jedoch auch auf die Psyche, die Leberfunktion und die Bildung von DNA aus.

Woran lässt sich ein Eisenmangel erkennen?

Gerade zu Beginn ist ein Eisenmangel nicht immer gleich ersichtlich. Doch wie könne Betroffene erkennen, dass sie gegensteuern müssen?

Die folgenden Symptome sind typisch für einen Eisenmangel:

  • Blasse Haut und brüchige Nägel
  • Häufiger Schwindel
  • Kopfschmerzen und Probleme bei der Konzentration
  • Müdigkeit und häufige Abgeschlagenheit
  • Haarausfall
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Plummer-Vinson-Syndrom (häufige Schleimhautprobleme)
  • Stimmungsschwankungen und depressive Phasen

Sollten einige Symptome über einen längeren Zeitraum auftreten, liegt eventuell ein Eisenmangel vor. Die schwerwiegendste Folge eines Eisenmangels ist dabei eine Blutarmut (Eisenmangelanämie).

Was können Betroffene tun?

Bevor der Eisenmangel behandelt werden kann, sollten Betroffene die Diagnose erst von einem Arzt verifizieren lassen.

Dabei wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, um verschiedene Parameter zu messen. Anhand dieser kann ein Eisenmangel festgestellt werden, der sich durch unterschiedliche Maßnahmen therapieren lässt.

Ursachen beseitigen

Beim Kampf gegen den Eisenmangel kommt es vor allem darauf sein, eine etwaige Ursache zu bekämpfen:

  1. Starke Monatsblutungen

Ein Eisenmangel kann bei Frauen durch zu starke Monatsblutungen entstehen. In diesem Fall ist es mitunter hilfreich, wenn Frauen die Pille verschrieben bekommen. Natürlich sollte es sich um ein passendes Präparat handeln, welches die Monatsblutungen abschwächt.

  1. Magen- oder Darmkrebs

In diesem Fall ist es sehr wichtig, so schnell wie möglich Behandlungsmaßnahmen zur Beseitigung des Geschwürs sowie etwaiger Metastasen einzuleiten. Neben einer chirurgischen Entfernung sind hier zudem Chemotherapie und Strahlentherapie die Mittel der Wahl.

  1. Medikamenteneinnahme

Wer regelmäßig Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Magenentsäuerungsmittel einnehmen muss, ist in Bezug auf einen Eisenmangel ebenfalls besonders gefährdet. In diesem Fall sollte ein Arzt Ersatzpräparate oder andere Behandlungsmöglichkeiten ins Auge fassen, um den Eisenmangel zu lindern.

Besondere Situationen einkalkulieren

Je nach persönlicher Situation haben Menschen einen unterschiedlichen Eisenbedarf. So benötigen Frauen generell mehr Eisen als Männer.

Darüber hinaus ist der Eisenbedarf von stillenden Frauen oder auch in der Schwangerschaft noch einmal deutlich erhöht.

Ferner haben mitunter auch Vegetarier und Veganer Probleme mit der Eisenzufuhr, da pflanzliche Lebensmittel zwar durchaus hohe Eisenwerte aufweisen können, das Eisen daraus jedoch nur in gebundener Form vorliegt und somit die Eisenresorption (Eisenaufnahme) deutlich geringer ausfällt.

Deshalb kann es sinnvoll sein, einem Eisenmangel gerade in den oben beschriebenen Situationen durch Eisenpräparate entgegenzuwirken. Auch hier sollte vorher jedoch Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.

Eisenhaltige Lebensmittel konsumieren

Auch wenn sich ein schwerer Eisenmangel nicht allein durch eine entsprechende Ernährung ausgleichen lässt, können Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Eisen zumindest bei der Behandlung helfen.

Dazu gehören:

Lebensmittel Eisengehalt
Innereien wie Leber 7,9 bis 30 mg pro 100 Gramm
Weizenkleie 16 mg pro 100 Gramm
Kürbiskerne 12,1 mg auf 100 Gramm
Linsen 8,0 mg pro 100 Gramm
Rohes Eigelb 7,2 mg pro 100 Gramm
Pfifferlinge 6,5 mg auf 100 Gramm
Weiße Bohnen 6,2 mg auf 100 Gramm

Tabelle 1: Beispiele für besonders eisenhaltige Lebensmittel

Darüber hinaus haben wir durch die Art unserer Ernährung zudem die Möglichkeit, die Eisenaufnahme unseres Körpers zu steigern. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil unser Körper nur einen kleinen Teil des verzehrten Eisens auch tatsächlich aufnehmen kann.

Deshalb helfen diese beiden Maßnahmen bei der Verbesserung der Eisenaufnahme:

  • Gemüse und Fleisch als Kombi: Wer Gemüse und Fleisch zusammen in einer Mahlzeit isst, verdoppelt die Eisenresorption aus pflanzlichen Lebensmitteln.
  • Gegartes Essen: Durch das Kochen, Backen oder Braten von Lebensmitteln wird die Struktur der Eiweiße in der Nahrung verändert, so dass sich das Eisen leichter aufnehmen lässt.

Eisen-Supplementierung als Behandlungsansatz

In vielen Fällen wird ein Eisenmangel durch eine entsprechende Supplementierung mit Eisenpräparaten behandelt.

Eine solche Behandlung kann durchaus mehrere Monate in Anspruch nehmen und selbst wenn der Mangel zunächst behoben ist, sollten Betroffene die Therapie noch eine Zeit lang fortsetzen, da sich so die Eisenreserve im Körper wieder komplett auffüllen lässt.

In besonders schweren Fällen wie einer Eisenmangelanämie kann auch eine intravenöse Verabreichung hilfreich sein, da dort die Verluste durch die verminderte Eisenresorption wegfallen.

Fazit

Ein Eisenmangel kann gerade in seiner schweren Form wirklich gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Von Müdigkeit über depressive Verstimmungen bis hin zu Schwindel und schwereren Erkrankungen ist alles möglich.

Wer also bei sich entsprechende Symptome entdeckt, sollte lieber einen Arzt aufsuchen und das Ganze abklären lassen.

Erhärtet sich der Verdacht auf einen Eisenmangel, hilft meistens eine Therapie über eine Supplementierung. Die Eisenpräparate müssen oftmals eine gewisse Zeit lang eingenommen werden, um letztlich Erfolge zu erzielen.

Um einen künftigen Eisenmangel zu verhindern, kann es auch sinnvoll sein, die ein oder andere Stellschraube in der eigenen Ernährung leicht zu verändern.

Es gibt also durchaus Möglichkeiten, mit einem Eisenmangel fertig zu werden und sich somit wieder rundum fit zu fühlen.

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