Fitness braucht Veränderung

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Fitness ist mehr als ein Studiotermin, Fotolia ©Vasyl

Fitness, Ernährung und Gesundheit gehören zusammen. Klingt banal, ist es im Alltag aber leider oft nicht.

Bei Fitness geht es zumeist darum, unsere körperlichen Potentiale besser auszuschöpfen. Wir trainieren, um Leistungsgrenzen zu verschieben, ohne dadurch unsere Gesundheit zu beeinträchtigen. Im Gegenteil, ein trainierter Körper ist meist widerstandsfähiger gegenüber Verletzungen und Erkrankungen als einer, der Belastungen nicht gewohnt ist.

Wir schaffen uns unsere Gesundheitsprobleme selbst

Unser Fitnessproblem ist, dass wir gleichzeitig viele Dinge tun, die unsere Leistungsfähigkeit mindern. Wir sitzen zu lange am Schreibtisch, im Auto oder vor dem Fernseher. Wir essen zu viel und zu ungesund. Ja manchmal trainieren wir sogar zu einseitig und zu exzessiv.

Würden wir beispielsweise auf die Schokolade oder die Pizza verzichten, könnten wir uns die spätere Trainingsstunde sparen. Würden wir nicht stundenlang im Büro sitzen, müssten wir anschließend nichts gegen Rückenschmerzen tun. Wissen wir alles.

Fitness als Ausgleich stärkt unsere Leistungsfähigkeit nicht

Unser Lebenswandel nimmt uns die Fitness. Und statt dies zu ändern, hängen wir anschließend noch eine Stunde in der Muckibude dran.

Anders gesagt: wer sich den ganzen Tag abwechslungsreich bewegt, benötigt anschließend kein Fitnesstraining zur Gesundung. Natürlich kann man trotzdem ‚sündigen‘: Rauchen, Alkohol, Fett und Zucker unterstützen unseren Körper allenfalls mental.

Kurze Glücksmomente, oft einfach nur noch lustlose Gewohnheiten, die wir später vielleicht bedauern – bis zur nächsten Zigarette oder dem nächsten Bier.

Arbeitsteilung ist ineffizient für unsere Fitness

Wer Fitnesstraining als Ausgleich für vorheriges Fehlverhalten betreibt, wird in diesem Hamsterrad weder fit noch glücklich. Dabei ist wirkliche Fitness eigentlich ganz einfach.

Unser Körper will sich bewegen, reagiert auf Reize und sucht Abwechslung. Es ist unser Kopf, der den Alltag in Segmente teilt, um möglichst effektiv zu handeln: Ruhe im Auto, Konzentration bei der Arbeit, Schleppen für die ganze Woche beim Einkaufen, wenig Aufwand in der Küche, stattdessen immer wieder Ungesundes zwischendurch, jeder Weg gehetzt und gestresst, träge Entspannung mit Familie oder Freunden, ein halbes Stündchen Jogging zum Ausgleich eingeschoben und am Abend noch ein „verdientes Bierchen“, bleierne Snacks und zu lange Fernsehen.

Nach so einem „erfolgreichen Tag“ ist niemand fit und entspannt.

Gesunde Veränderung beginnt beim Zeitmanagement

Deshalb bedeutet Fitness nicht eine Stunde mehr im Studio oder halb so viele Zigaretten. Körperliche Leistungsfähigkeit erfordert Bereitschaft zu echter Veränderung. Alle Lebensbereiche, die die Fitness verringern, gehören auf den Prüfstand.

Es beginnt mit dem Zeitmanagement, einem gesunden Frühstück und dem Aufwand, den Du Dir und Deiner Familie gönnst. Es folgt ein auf den ersten Blick großes Problem: Arbeit oder Schule. Hier scheint vieles vorgegeben, Bewegungen, Abwechslung und Unterbrechungen nur begrenzt möglich.

Die Arbeit ist oft flexibler, als wir glauben

Doch stimmt das in jedem Fall? Oft reizen wir unsere Spielräume gar nicht aus, aus Gewohnheit oder um nicht aufzufallen. Durch unser diszipliniertes Verhalten erhöhen wir auch den Gruppenzwang zum ungesunden Alltag für die Kollegen. Dabei gibt es in jedem Job Pausen, in denen nicht geraucht oder Kaffee getrunken werden muss.

Als Alternative zum Schreibtischstuhl gibt es Bälle oder Stehpulte, für die Du Dich einsetzen kannst. Für Ruhezonen, Fitnessräume oder Betriebssport gibt es gute Argumente, die Du der Unternehmensleitung vorstellen kannst.

Muss es wirklich ein Vollzeitjob sein?

Auch bei der Arbeitszeit ist oft größere Flexibilität möglich, als eingefordert wird. Ob Teilzeit, Homeoffice, Gleitzeit oder veränderte Arbeitsabläufe, ohne den eigenen Einsatz verändert sich natürlich kaum etwas im Betrieb. Und sollten all diese Bemühungen scheitern sollte sich jeder die Frage stellen, ob der Job die Kopf- und Rückenschmerzen wert ist.

Vielleicht ist auch mit weniger Geld mehr Fitness und Zufriedenheit zu erreichen. Die Work-Life-Balance beginnt im Unternehmen und bleibt auch privat eine Herausforderung.

Unbeweglich durch moderne Mobilität

Ein weiterer Fitnesskiller ist unsere Mobilität. Wir hetzen mit dem stressigen Nahverkehr oder im Auto zur Arbeit, liefern nebenbei die Kinder noch irgendwo ab und kaufen ein. Oft sind wir dabei nicht schneller, als mit dem Fahrrad oder zu Fuß, aber dafür haben wir „keine Zeit“.

Wer dagegen sein Timing großzügiger plant und das Rad benutzt, kann nicht nur angenehmere Wege nehmen, er bewegt sich auch, bekommt mehr von seiner Umwelt mit und ist am Ziel weniger gestresst.

Gesunde Ernährung: weniger ist mehr

Ernährung ist ein weiteres Thema, dass die tägliche Fitness belastet. Eine optimale ausgewogene Ernährung hängt von der jeweiligen Konstitution und den täglichen Herausforderungen ab. Wer sie sucht, sollte sich an einen professionellen Ernährungsberater und Fitnesstrainer wenden.

Es ist aber bereits viel für die Gesundheit getan, wenn Du viele unnötige Snacks und Drinks am Tag einfach weglässt. Die Zigaretten oder süßen Belohnungen sind ständige Fluchtversuche vor dem eigentlichen Problem.

Selber Kochen macht fit

Wasser statt Kaffee und Tee, Obst statt Schokolade, Salat statt Fastfood, Fruchtsaft statt Softdrinks und Alkohol – all das ist bekannt. Aber es schmeckt sogar, Du musst nur Gewohnheiten ändern.

Natürlich soll gesunde Ernährung auch nicht freudlos machen. Eine kleine Sünde geht immer, genau wie wir auch an anderen Stellen Kompromisse schließen. Der beste Weg gegen langweiliges gesundes Essen ist, selbst mit Gemüse und Kräutern zu experimentieren. Kochen darf Zeit kosten, ist kreativ und macht glücklich.

Fitness ist kein Studiotermin sondern die Tagesaufgabe

Zuletzt ein Wort zur Fitness in unserer Freizeit: alleine die Trennung in freie und scheinbar besetzte Zeit ist ein Fehler. Quality-Time meint die Zeit ohne Verpflichtungen, in der jeder das tun darf, was er möchte. Und dann sitzt er endlich faul auf der Couch vor dem Fernseher oder PC, spielt noch ein Stündchen mit den Kids, geht Joggen oder ins Theater.

Wer seinen Tag so einteilt, ist am Abend erledigt. Da hilft auch kein Fitness-Training mehr. Freie Zeit muss über den gesamten Tag verteilt sein, wenn der Körper leistungsfähig bleiben soll.

Und dann gehst Du nicht nach dem zweiten Tatort ins Bett, sondern einfach dann, wenn Du müde wirst. Wer früher schläft, hat mehr vom Tag.

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