Grüne Smoothies – was ist dran an diesem Hype?

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ein grüner Smoothie im Glas

Grüne Smoothies, Säfte und Pulver sind sehr im Trend und werden gerne von ernährungsbewussten Menschen getrunken. Immer mehr Cafés und Läden bieten diese Getränke an und das Internet ist voll mit Rezepten für die eigene Zubereitung. Eigentlich keine schlechte Sache oder?

Warum grüne Smoothies?

Die Idee hinter (grünen) Smoothies ist einfach: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag, was etwa 250g Obst und 400g Gemüse, zur Hälfte roh bzw. erwärmt, entspricht. Wenn man typische Mahlzeiten der Deutschen betrachtet, bleiben diese Lebensmittel allerdings oft auf der Strecke. In flüssiger Form, z.B. mit einem Mixer zubereitet, fällt es vielen Menschen deutlich leichter, auf ihren täglichen Bedarf zu kommen.

Smoothies oder Fruchtshakes sind gerade im Sommer, gemischt mit etwas Eis, eine tolle Erfrischung und gesünder als Limonade und gesüßte Fruchtsäfte. Falls möglich, sollte die Schale der Obstsorten mit zubereitet werden, denn gerade dort finden sich unter anderem viele wertvolle Flavonoide, denen besondere antioxidative Eigenschaften zugesprochen werden.

Besonders grünes Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl oder verschiedene Salatsorten sind reich an wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Außerdem sind dort größere Mengen des Pflanzengrünstoffs Chlorophyll sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide enthalten.

Allerdings mag kaum jemand den Geschmack von reinen Gemüsedrinks. Daher bietet es sich natürlich an, Obst und Gemüse in einem Getränk zu kombinieren. So ergänzen sich die Zutaten nicht nur in den Nährstoffen, sondern schmecken einfach besser. Alleine eine Banane kann leicht das Aroma von zwei Händen voll frischem Spinat überdecken – wenn man Bananen überhaupt mag. Natürlich gibt es unzählige weitere Alternativen und die Kombinationen sind nur durch die eigene Kreativität begrenzt.

Grüne Pulver

Wer keine Lust darauf hat, die verschiedenen Zutaten einzeln einzukaufen und zuzubereiten, kann auch auf Fertiglösungen zurückgreifen. Immer beliebter werden sogenannte grüne Pulver wie von Athletic Greens . Diese enthalten oft eine große Anzahl an verschiedenen Zutaten, wobei die grünen Komponenten wie Chlorella, Spirulina, Weizen- und Gerstengras in getrockneter Form einen merkbaren Anteil ausmachen.

Zusätzlich werden hier aber auch weitere Inhaltsstoffe verwendet, die lebenswichtige Nährstoffe oder vielfältige Wirkstoffe enthalten. Beliebte Zutaten sind beispielsweise Kurkuma, Ingwerpulver, Mariendistelextrakt, Reishipulver und weitere Pflanzen- oder Fruchtextrakte. Für den Darm können weiterhin Pro- und Präbiotika sowie verschiedene Verdauungsenzyme zusätzlich vorkommen. Manche grüne Pulver haben über 70 verschiedene Inhaltsstoffe und können bis zu 50% des Tagesbedarfs der meisten Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente abdecken.

Natürlich sind grüne Pulver nicht so frisch und saftig wie selbst zubereitete Getränke. Allerdings spricht auch nichts dagegen, sie zusammen mit einem Apfel oder einer Banane in den Mixer zu werfen.

Der Vorteil von diesen Pulvern ist die Einfachheit und Zeitersparnis. Man muss nur eine Vorratsdose kaufen und kann diese bei Bedarf schnell zusammen mit einem Glas Wasser vermischen. Die Zubereitung dauert dabei weniger als eine Minute und der Reinigungsaufwand ist minimal. Die meisten Hersteller empfehlen eine regelmäßige, tägliche Einnahme und liefern normalerweise Monatspackungen aus.

Der größte Nachteil von diesen Produkten ist der relativ hohe Preis. Diese Zusammensetzungen sind in den meisten Fällen nicht günstig, besonders, wenn man viele Inhaltstoffe haben möchte und auf hohe Bio-Qualität oder eine Produktion in Deutschland wert legt.

Nachteile von grünen Smoothies

Es gibt kaum einen Grund, der gegen den regelmäßigen Verzehr von grünen Smoothies spricht, solange auf die richtige Zubereitung und Hygiene geachtet wird. Besonders bei ungeschälten Zutaten empfiehlt es sich daher, auf Bio-Obst und -Gemüse zu setzen und dieses vor der Verarbeitung zu waschen.

Kritisch wird es nur, wenn die Nahrung jeden Tag zum größten Teil oder ausschließlich in flüssiger Form zu sich genommen wird. Denn so wird der erste Verdauungsprozess im menschlichen Körper übersprungen: das Kauen der Nahrung. Da die Lebensmittel bereits vom Mixer in kleine Bestandteile zerlegt wurden, muss unser Mund diese Arbeit nicht mehr verrichten. Dabei wird allerdings auch die Speichelbildung gestoppt, die einen wichtigen Teil in unserer Verdauung spielt.

Alles in allem soll sich dadurch aber niemand abschrecken lassen, täglich ein bis zwei grüne Smoothies zu genießen.

Rezept: Grüner Spinat Smoothie

Eigentlich geht es bei grünen Smoothies ganz um den eigenen Geschmack. Falls du dich aber nicht so recht ohne Rezept daran traust, probier es doch mal mit folgenden Zutaten:

  • Eine Hand voll Spinat – liefert Chlorophyl und Folsäure
  • 1 Banane – enthält viel Kalium und sorgt für eine cremige Konsistenz
  • ½ Apfel – die Schale ist voll mit Polyphenolen
  • ½ TL Leinsamen – mit Omega 3 Fettsäuren
  • (optional) ½ TL grüner Tee – zum Wachwerden und mit vielen Antioxidantien
  • ca. 250ml Wasser

Wirf alles in den Mixer und püriere die Mischung für 1-2 Minuten auf der höchsten Stufe, bis sich der Spinat vollständig zerkleinert hat und sich eine gleichmäßige Mischung ergibt.

Falls du nicht alles vorrätig hast, kannst du gerne einzelne Zutaten austauschen und weiter experimentieren.

Tipp für die warmen Sommertage: Friere den Apfel und die geschälte Banane zuerst ein, bevor sie in den Mixer kommen. So entsteht eine noch cremigere Konsistenz und eine angenehme Temperatur zur Erfrischung.

1 KOMMENTAR

  1. Also ich muss sagen, dass grüne Smoothies zwar echt gesund sind, mir persönlich aber überhaupt nicht schmecken… 🙂

    Mein persönlicher Tipp ist es, neben beispielsweise Spinat auch noch immer sehr süße Früchte wie Banane oder Himbeeren beizumischen. Dann schmeckt das ganze deutlich besser. Mit grünen Pulvern wie ihr sie empfehlt habe ich bisher noch keine Erfahrung gemacht. Das kann also auch eine gute Möglichkeit sein

    Viele Grüße
    Moritz

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