Sieg durch Baumwolle? Gar nicht so abwegig

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Zum Schwimmen braucht es Badehosen, zum Skifahren spezielle warme Skianzüge, zum Snowboarden im Becken- und Pobereich gepolsterte Skikleidung. Die meisten Kampfsportarten haben auch ihre jeweils ganz eigene Kleidung, die den Körper schützen soll.

Daneben muss die Kleidung aber auch die für den jeweiligen Sport üblichen Bewegungen unterstützen, den Belastungen standhalten können und gegebenenfalls Aufschluss über das sportliche Niveau des Trägers oder der Trägerin geben.

Die Vielfalt der Sportanzüge

In den traditionellen asisatischen Kampfsportarten ähneln sich die Anzüge stark, die für den Wettkampf vorgeschrieben sind und auch im Training zum Teil getragen werden. Der Shop clothedforcombat.com führt die meisten Kleidungsstücke, nur wenige Kampfsportarten wirst Du nicht finden.

Kleidung, Trainingsgerät und Schutzausrüstung findest Du unter der jeweiligen Kampfsportart, so dass Du nicht lange suchen musst.

Begründet in den Traditionen des Landes

Kung Fu Anzüge sehen etwas anders aus als Karategi, beim Aikido werden spezielle Anzüge getragen, und die Jacken beim Taekwondo sind geschlossen. Warum ist das so?

Zuerst einmal sehen sich die meist reinweißen, baumwollenen Anzüge recht ähnlich. Weite Hosen und weite Jacken, Ärmel und Beine sind gerade geschnitten. Beim Aikido wird oft in den Anzug gegriffen, um Wurf- oder Hebeltechniken auszuführen.

Der Anzug muss also im Bereich von Kragen und Brustaufschlag verstärkt sein, um nicht auszureißen. Beim Karate gibt es das nicht – der Anzug ist aus leichterem Stoff und dünner.

Trotzdem sind die Anzüge ansonsten fast gleich geschnitten. Denn sie entsprechen dem, was der kämpfenden Elite Japans einst als Unterwäsche galt: Beim Aikido wird ab einem bestimmten Niveau die Hakama, also die traditionellen weiten Hosen Japans, über dem Aikidogi getragen. Beim Jiu Jitsu gilt auch der Jiu Jitu Gi, eine dem Karateanzug ähnliche Kleidung, als Standard.

Moderne Sportarten erfüllen andere Anforderungen

Beim Thaiboxen oder Muay Thai dagegen sind die Shorts aus dem Boxsport ausreichend. Die Damen sollten einen Sport-BH dazu tragen, vielmehr braucht es an Kleidung eigentlich nicht. Kleidung bietet bei diesen Sportarten Angriffsfläche und das Verletzungsrisiko steigt.

Beim Boxen und bei den MMA, den Mixed Martial Arts, sieht es genauso aus: Standard sind die Shorts, die aus hygienischem Polyester gefertigt sind. Dazu kommen natürlich je nach Sportart noch die passenden Schuhe, Handschuhe und gegebenenfalls Mund- und Tiefschutz oder andere Ausrüstung.

Warum nun Baumwolle in den traditionellen asiatischen Sportarten?

Baumwolle hat sich über viele Jahrhunderte bewährt. Der Stoff ist verhältnismäßig leicht, ist robust und liegt gut auf der Haut. Er saugt den Schweiß, er saugt auch Blut. Und er ist leicht zu reinigen, abhängig von der Verarbeitung sogar bei sehr hohen Temperaturen waschbar. Das ist hygienisch.

Die Polyesterhosen beim Boxen dagegen lassen den Körper bei den schnellen Bewegungen atmen, der Schweiß verdampft eher, das Material saugt nicht. Idealerweise sind die Kunststofffasern so verarbeitet, dass sie Erregern keinen Nährboden bieten und die Wäsche bei niedrigen Temperaturen ausreicht.

Allerdings werden die weißen Anzüge nicht immer getragen. Sie sind beim Wettkampf Vorschrift, bei den Leistungsprüfungen (oft als Gürtelprüfung bezeichnet) ebenfalls. Hier darf man in normaler Sportkleidung nicht antreten, es muss die dem Protokoll entsprechende, sportspezifische Kleidung sein.

Aber beim normalen Training wird in vielen Vereinen einfach irgendwelche Sportkleidung getragen, denn die ist für Anfänger/-innen auf jeden Fall ausreichend. Nur dann, wenn es nach Aufwärmen, Ausdauertraining und Dehnen an die kampfsportspezifischen Übungen geht, muss es die typische Schutzausrüstung sein.

Im Freikampftraining beim Taekwondo wäre es beispielsweise undenkbar, ohne Westen und Kopfschutz zu trainieren. Die Übungen im Kniegang beim Aikido beanspruchen die Haut an den Knien so sehr, dass es ohne die Anzughosen schmerzhaft wird. Und niemand käme auf die Idee, ohne Gebissschutz zu boxen – auch nicht beim Thaiboxen.

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