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Funktionieren EMS und TENS bei und nach Verletzungen?

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Elektrische Muskelstimulation (EMS) und transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) können zur Heilung und Schmerzlinderung zum Einsatz kommen. Auch wenn die Methoden, die mit elektrischem Reizstrom arbeiten, auf den ersten Blick gleich zu seien scheinen, gibt es dennoch einige wesentliche Unterschiede. Eine Gemeinsamkeit ist jedoch, dass beide den Gesundheitszustand während und nach Verletzungen verbessern können.
Wie arbeiten die Methoden und wann kommt welche zum Einsatz?

Was ist EMS?

Elektrische Muskelstimulation, kurz als EMS bezeichnet, ist eine Therapieform, bei der Reizstrom verwendet wird. Stromimpulse werden dabei gezielt auf Muskeln via Elektroden übertragen und lösen durch die Stimulation eine Muskelkontraktion aus. So ist es möglich, Muskeln gezielt zu stärken und zu trainieren, ohne dabei den Körper einer hohen Belastung wie durch ein Gewichtstraining auszusetzen. Eine EMS-Therapie zeigt daher vor allem nach Verletzungen, einer krankheitsbedingten Pause oder einer Operation große Vorteile, eine Funktionseinschränkung sanft zu beheben und den Körper bei der Regeneration zu unterstützen. Einsatzgebiete sind daher Muskelentspannung, Beschleunigung des Heilprozesses und Kräftigung der Muskulatur. Auch Entzündung können gelindert werden.

Was ist TENS?

Bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation werden ebenso Elektroden angebrachte, die mit einem Schmerztherapiegerät verbunden sind und elektrische Impulse mit niedriger Spannung auf einen bestimmten Nerv weiterleiten. Durch die Stimulation wird die Schmerzübertragung an das Gehirn blockiert, was zu einer Schmerzlinderung führt. Die Anwendung eignet sich für Schulter, Rücken, Bauch, Hüfte, Arme, Beine, Hände und Füße. Bei der TENS Methode entsteht eine Dreifachwirkung: Einerseits wird die Schmerzübertragung an das Gehirn blockiert, andererseits verbessert sie die Durchblutung und gleichzeitig regt sie den Körper an, Endorphine auszuschütten, die als natürliches Schmerzmittel wirken.

Wann EMS und wann TENS?

TENS lindert Schmerzen, EMS baut den Muskel auf und sorgt für dessen Entspannung. Die TENS-Methode zeigt ihre Vorteile bei Muskelschmerzen wie nach dem Training oder bei Verletzungen sowie Operationen. Selbst bei Migräne können die elektrischen Impulse Abhilfe schaffen.

Die EMS-Methode kommt zum Einsatz, wenn Muskeln wieder aufgebaut oder die Regeneration sowie Rehabilitation nach der Verletzung unterstützt werden soll. Die Vorteile zeigen sich in einer schnelleren Genesung und einem schonenden Aufbau der Muskulatur.

TENS bei chronischen Schmerzen

Die transkutane elektrische Nervenstimulation ist ebenso eine vielversprechende Möglichkeit, die chronische Schmerzpatienten bei einer Schmerztherapie sinnvoll unterstützt. Zusammen mit weiteren Verfahren wie Krankengymnastik oder Physiotherapie kann das Behandlungsziel schneller und sanfter erreicht werden. Moderne Geräte lassen sich heute bereits bequem zu Hause anwenden und sind selbst bei akutem Bedarf schnell einsatzbereit. Damit bleiben Patienten sogar ein klein wenig unabhängiger von Arztbesuchen.

Ablauf von TENS Behandlungen

Die benötigten Geräte bei einer TENS Behandlung werden mit Hilfe von Elektroden mit der Haut verbunden. Diese sind selbstklebend und verursachen daher keinerlei Schmerzen. Die Position wird dabei von mehreren Faktoren, wie der Schmerzposition, deren Ausstrahlungen und der Verlauf der Nerven beeinflusst. In der Regel werden die Frequenzen zwischen 50 und 150 HZ justiert. Diese Range hat sich als optimal herausgestellt, um Schmerzen kurzzeitig deutlich zu lindern.

Vor den „Stromschlägen“ braucht sich niemand fürchten. Diese werden in der Regel lediglich als ein intensiveres kribbeln wahrgenommen und nicht als Schmerz. Nach ca. 45 Minuten ist eine normale Behandlung beendet. Wie viele Behandlungen letztendlich notwendig sind, hängt von der Art der Erkrankung ab und wie wirksam die TENS Behandlung letztendlich beim Patienten ist.